Was esse ich jetzt nur?

Wie oft stellt ihr euch am Tag diese Frage? Greift ihr auch zwischendurch immer wieder zu kleinen Snacks oder Süßigkeiten, obwohl ihr keinen Hunger habt? Welche Gefühle löst das in euch aus? Seid ihr entspannter oder beruhigt?
Mir geht es leider recht häufig so und ich habe mich schon lange gefragt, woran das liegt und was ich dagegen tun kann.
Durch Zufall bin ich nun auf die aktuelle Ausgabe von Psychologie Heute compact gestoßen. Diese beschäftigt sich ausschließlich mit dem Thema Essen – und welche Rolle insbesondere unsere Emotionen dabei spielen. Die Artikel sind wirklich sehr interessant und kann ich euch nur ans Herz legen. Auch wenn ihr erfahren wollt, was beispielsweise die Portionsgröße über eine Person aussagt.

Nach dem Lesen des ersten Artikels habe ich weiter recherchiert und viele spannende Fakten gefunden.
Fast jeder Dritte von uns ist ein Emotionaler Esser. Das heißt, dass wir vor allem bei Stress, Langeweile (auch bei beruflicher Unterforderung), Einsamkeit, Frust oder Müdigkeit auch ohne physisches Hungergefühl zu Nahrungsmitteln greifen, die uns emotional entlasten. Insbesondere bei Stress reguliert unser Gehirn das Stress-System und verlangt, um das umsetzen zu können, mehr Zucker.
Wenn wir uns einsam oder verlassen fühlen – nach einer Trennung oder aufgrund der langen Abwesenheit einer engen Person, oder auch nach einem Streit – greifen wir zu Nahrungsmitteln, um uns geborgen zu fühlen. Es gibt noch keine bzw. wenige empirische Beweise dafür. Dennoch gibt es Hypothesen, die Aussagen, dass der Ursprung für emotionales Essen zum Teil bereits in der frühen Kindheit verankert ist. Z.B. Mütter, die ihren Kindern Essen geben, um sie zu beruhigen, obwohl diese vielleicht gar keinen Hunger haben. All das kann uns dazu bringen, dass wir bei emotionalem Stress schnell ungesunde anstatt gesunde Nahrungsmittel zu uns nehmen.
Wie ist das bei euch? Wählt ihr lieber Schoki und Eiscreme anstatt Obst, wenn es euch nicht gut geht? Oder habt ihr eure Emotionen soweit unter Kontrolle, dass ihr das Ganze ohne Essattacke übersteht oder greift ihr tatsächlich lieber zu gesunden Dingen?

Essen macht natürlich glücklich – das weiß jeder =) Doch leider gilt das nur für Essen (vor allem ungesundes Essen) in Maßen. Und das Glück ist auch oft nur von kurzer Dauer. Bei einigen Menschen wird es zum dauerhaften Problem, wenn sie zu Nahrungsmitteln greifen, sobald negative Gefühle auftauchen und sie keinen Weg finden, mit ihren Emotionen richtig umzugehen. Das schlechte Gewissen im Nachhinein führt dann oft dazu, dass sie noch mehr essen. So können harmlose Naschereien zu ernsthafteren Problemen führen. Verstärkt trifft das Emotionale Essen bei Anspannung und Deprimiertheit auf, etwas weniger hingegen bei Einsamkeit und Langeweile. Ich denke jedoch, dass dies von Person zu Person unterschiedlich ist. Bei mir selbst ist es oftmals Langeweile – oder auch Unterforderung und Deprimiertheit, wenn im Moment kein richtiges Ziel vor Augen liegt oder die eigenen Projekte und Ziele stagnieren. Das Gefühl hat sicher jeder ab und zu einmal.

Es gibt aber auch gute und super einfache Lösungen, um dieser Fressfalle aus dem Weg zu gehen:
Achtsamkeit. Davon habt ihr sicher schon viel gehört. Aktuell ist das ein viel diskutiertes Thema in allen möglichen Magazinen. Im Grunde geht es einfach nur darum, dass man sich seinen Emotionen bewusst wird. Wenn es wieder einmal soweit ist und ihr kurz vor einer Essattacke steht, dann überlegt erst, woher das Gefühl kommt. Sagt euch, dass ihr gar keinen Hunger habt, sondern nur frustriert, deprimiert oder traurig seid. Schreibt diese Dinge in ein Heft. Jedes Mal. Egal wo und egal wann. Und ganz wichtig: schaut euch eure Notizen hin und wieder an und findet heraus, welche Probleme am häufigsten auftreten und versucht diese zu lösen.
Sport. Ich muss es auch immer wieder feststellen. Sport ist und bleibt der beste Ausgleich – auch mental. Wenn ihr frustriert seid, setzt euch aufs Fahrrad und fahrt los. Laufschuhe an und raus mit euch. Oder macht Zuhause etwas Yoga oder Autogenes Training. Das hilft 100%.
Freunde. Was ist besser, als sich bei der besten Freundin oder dem besten Freund über die stressige Arbeit, den nervigen Partner oder das langweilige Fernsehprogramm auszulassen? Es in sich reinfressen? NEIN. Also ran ans Telefon und sich dort für zehn Minuten aufregen oder spontan auf einen Kaffee treffen.

Dieser Artikel hat mich dazu gebracht, mich selbst nun auch bewusster bei der Zunahme von Nahrungsmitteln zu beobachten. Es gibt doch eigentlich so viele schöne Dinge, die man tun und auf die man sich freuen kann. Warum wird dem Essen doch eine so große Bedeutung in unserem Alltag zugemessen? Klar, es ist ein bzw. das Grundbedürfnis des Menschen. Aber wenn wir uns nur in den Momenten darauf konzentrieren würden, in denen wir wirklich Hunger verspüren, hätten wir viel mehr Zeit für aufregendere Dinge. Ausgenommen seien natürlich die tollen Abendessen mit Freunden und Familie 😉

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